Samstag, 9. Juli 2016

Praxisanleiter sein

Heute möchte ich mal ein wenig beschrieben, wie es mir seit ungefähr einem Monat ergeht. Denn seit dem 6. Juni 2016 bin ich nun offiziell "Praxisanleiterin" :)

Zum einen Segen und schön, zum anderen aber auch Fluch.

Vor allem, weil mich meine neue Bereichsleitung nicht als solche anerkennen möchte und mir versucht, immer wieder Steine in den Weg zu legen. Ich vermute, ihr passte meine Weiterbildung von Anfang an nicht. Aber sie wurde ja vorher nicht gefragt. Damals war sie ja auch nur "stellvertretende Stationsleitung". Jetzt wurde in unserem Haus die Leitungsstruktur verändert und somit ist sie nun unsere Bereichsleitung.

Aber egal. Ich schweife vom eigentlichen Thema ab.

Ich wollte von meiner Arbeit mit den Schülern erzählen. Diese macht mir nach wie vor sehr viel Spaß. Zumal ich von vielen Auszubildenden die Bestätigung bekomme, dass ich es gut zu machen scheine. Sie gaben bisher nur positive Bewertungen in stattgefundenen Auswertungen über meine Person ab. Und das war mehrheitlich mit Namen erwähnt.
Ich versuche mir die benötigte Zeit zu nehmen, diese herauszuarbeiten und bin immer wieder stolz, wenn ich das auch schaffe. Umso mehr ärgert es mich, wenn ich die benötigte Anleitungszeit nicht habe. Es ist sehr unbefriedigend, die Schüler vertrösten zu müssen. Aber mein Arbeitstag hat auch nur 8 Stunden und ich muss in dieser Zeit die gleiche Arbeit schaffen wie jeder andere auch.
Da wünsche ich mir manchmal mehr Verständnis und Hilfe durch die Kollegen. Manchmal funktioniert das und einige Kollegen nehmen da auch mehr Rücksicht und nehmen einem gern Arbeit ab. Andere machen das eher weniger oder sehen den Grund dafür einfach nicht ein. Das ist sehr schade. Einige machen das scheinbar aus Böswilligkeit mit gegenüber, andere, weil sie selbst nicht mehr arbeiten können als sie so schon tun und andere sehen einfach nicht ein, dass die Anleitungszeit für die Schüler sehr wichtig ist. Vor allem die Anleitungen durch den Praxisanleiter. Diese haben nämlich einen hohen Stellenwert. Dieser wird jedoch nicht von jedem Kollegen so hoch geschätzt.
Aber auch hier schweife ich wieder ab. Denn ich ärgere mich in letzter Zeit vermehrt über die teilweise vorherrschende Ignoranz die uns als und unserer Arbeit als Praxisanleiter entgegengebracht wird. Das mag alles schön und gut sein, solange die Schüler "gut funktionieren und ihre Arbeit machen". Aber sobald es Probleme gibt, ist der Praxisanleiter doch wieder wichtig und muss die notwendigen Gespräche führen und den Schüler zum "Spuren/Arbeiten" bringen.
Klar gehört auch diese Aufgaben zu unseren Pflichten, aber mir scheint es, als würden die Kollegen so etwas überhaupt nicht machen wollen. Immer hängt es dann an uns PALs, dass die Schüler "schlechte Arbeit" machen oder nicht so wollen, wie sie sollen...

Und mir fehlt leider ein wenig der Rückhalt vom Team. Einige Kollegen wissen um meine gute Arbeit und schätzen es auch sehr, dass ich den PAL gemacht habe. Andere versuchen mir immer wieder Steine in den Weg zu legen und tragen mir noch mehr Arbeit auf, damit ich auch ja nicht die Zeit mit den Schülern verbringen kann. Es ist ehrlich gerade ein wenig zum K... Ich musste das jetzt mal Aufschreiben, vielleicht wird es dann demnächst besser. Wobei ich da leider eher weniger dran glaube.

Die Auszubildenden freuen sich, wenn man sich die Zeit für sie nimmt. Und die meisten versuchen so viel Wissen wie möglich aus dem Praxiseinsatz bei uns mitzunehmen. Ich mag es, wenn sie einen Ernst nehmen und immer versuchen an der Seite zu bleiben, um möglichst viel zu lernen. Und schön ist es auch, wenn sie die Hilfe, die ihnen geboten wird, annehmen. Das müssen die meisten mit den Jahren erst lernen. Die Entwicklungsschritte zu beobachten, ist dennoch immer wieder schön. Und auch, dass sie die gesagten Dinge versuchen, umzusetzen.

Ich komme bei ihnen an, Das zählt. Und genau das werde ich jetzt auch als meine letzten Worte unter diesem Post stehen lassen.

Ein schönes Wochenende euch allen!

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